KA „Obere Lutter“

Die KA “Obere Lutter” wird vom Abwasserverband “Obere Lutter” (AOL) betrieben und behandelt die Abwässer, welche ihm aus den südlichen Teilen der Stadt Bielefeld und den nördlichen Ortsteilen der Stadt Gütersloh über drei eigene Hauptsammler zugeführt werden. Das Verbandsklärwerk des AOL ist eine zweistufige, mechanisch biologische Abwasserreinigungsanlage mit einer nachgeschalteten Festbettdenitrifikation und einer Flockungsfiltration (Biofor). Die Flockungsfiltration besteht aus 10 Kammern mit je 40 m² Filtrationsfläche. Der Kläranlagenablauf wird in Schönungsteiche geführt. Mittlerweile (Stand Januar 2021) sind sechs der zehn Kammern in der Flockungsfiltration mit granulierter Aktivkohle (GAK) ausgerüstet.

Zwischen 2010 und 2014 wurde die Flockungsfiltration sukzessive zur 4. Reinigungsstufe ertüchtigt. Um den Betrieb mit der Aktivkohle durchzuführen, musste die Mess-, Steuer und Regeltechnik in der Flockungsfiltrationsanlage ergänzt bzw. nachgerüstet werden. Bei der ursprünglichen Anlage wurde das Abwasser über Absturzbauwerke auf die einzelnen Filter verteilt. Jeder Filter erhielt ein Zehntel der Gesamtmenge, da 10 Filter in Betrieb waren. Die pneumatischen -Zulaufklappenantriebe wurden durch pneumatische Regelantriebe ersetzt, damit eine geregelte Drosselung möglich ist. Je nach Abwasseranfall werden GAK-Filter zu bzw. abgeschaltet, so dass inzwischen der KA-Trockenwetterzulauf in der 4. Reinigungsstufe behandelt werden kann. Dabei wird die Verteilrinne eingestaut, um auch im Drosselbetrieb eine fehlerfreie Durchflussmessung bei vollständig gefüllten Filterzulaufleitungen sicherzustellen. Der Höhenstand in der Verteilrinne dient somit als Regelgröße für die Stellung der Drosselschieber. Die Abwassermengen, größer des Trockenwetterzulaufs, werden in den konventionellen Filtern behandelt. Bei dem technischen Umbau erfolgte die Biolit-Entleerung durch einen Saugbagger. Diesen Vorgang verdeutlicht der Biolitennahme.

Angeliefert wird die Aktivkohle im Silowagen. Um eine Filterkammer zu füllen, sind zwei bis drei Silowagen erforderlich. Die Befüllung erfolgte zunächst über eine “fliegende” Schlauchleitung, im späteren Versuchsverlauf über die fest installierten Befüllungsleitungen. Der erste Aktivkohleversuch lief von Januar bis Oktober 2011, bis die Aktivkohle erschöpft war und regeneriert werden musste. Nun kam der neue Anschluss zur Filterentleerung zum Einsatz. Eine Injektorumpe fördert die Aktivkohle mit einem Wasserstrom in die Tankwagen.
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Abschlussbericht Teil 1
Abschlussbericht Teil 2
Bildergalerie
Videos

Aktivkohle vertilgt Arzneimittel-Reste
Ein Bericht vom 17.10.2012 in “Die Glocke” zu den ersten Ergebnissen

Kohle gegen Schadstoffe
Ein Bericht vom 03.11.2011 in der “Neue Westfälische”zum ersten Projektabschnitt

So dreckig ist unser Trinkwasser
Im September 2014 berichtete das Handeslblatt über einen Test in der Zeitschrift Öko-Test

Risiko Trinkwasser
Eine Reportage des ZDF in der Reihe planet e vom 17.03.2013

Medikamenten-Cocktail im Trinkwasser
Ein Beitrag von Chris Löwer in Spiegel online vom 26.08.2004

Medikamente im Trinkwasser
Ein Artikel aus “RP Online” vom 18.06.2008

Zehn Wirkstoffe im Trinkwasser nachgewiesen
Ein Artikel aus “Die Welt” vom 03.07.08

Arzneimittelrückstände in Böden und Gewässern
Ein Bericht aus “Deutsche Apotheker Zeitung” vom 08.02.2012

Der gefährliche Wirkstoff-Cocktail im Grundwasser
Ein Bericht aus “Die Welt” vom 23.02.2013

Keine Kontrollen, keine Grenzwerte: Arzneimittelrückstände im Trinkwasser
Ein Report aus “Focus.online” vom 31.07.2012

Arzneimittelrückstände in Böden und Gewässern
Ein Bericht aus “Deutsche Apotheker Zeitung” vom 08.02.2012

Falsch entsorgte Arzneimittel gefährden die Umwelt
Ein Bericht aus “Deutsches Ärzteblatt” vom 27.02.2013